Sonntag, 17. September 2017

Abnehmen.

So, da bin ich nun schon am zweiten Etappenziel angekommen. Meine Abnehmreise läuft weiter langsam und beschaulich, aber höchst erfolgreich vor sich hin, und ich wage zu sagen, dass es sich wirklich gelohnt hat.
Über 15 kg sind in 8 Monaten ohne große Anstrengung den Weg allen Wassers und Kohlendioxids gegangen.Größe 44 statt 50/52. Natürlich war es nicht immer einfach, wer das behauptet, der lügt. Aber die Lebensqualität, die durch die veränderte Nahrungsaufnahme wesentlich verbessert wird, ist jeden Verlust wert.
Jetzt rutsche ich noch gemütlich 5 bis 8 kg weiter runter, und dann mal sehen. Ich habe ja gesagt, eine Größe 42/44 ist für mich perfekt, und dabei bleibt es. Natürlich wäre es vielleicht noch gesünder, superschlank zu werden, aber ich denke, mein persönlicher Wohlfühlkörper ist ein bisschen stämmiger.

Meine Abnahme wird bemerkt und ich bekomme Komplimente, werde auch ganz anders wahrgenommen als mit Kleidergröße 50. Das macht mich nachdenklich. Ist es wirklich so wichtig, das äußere Erscheinungsbild? Wohl schon. Vielleicht geht es auch nicht allein um die Attraktivität... vielleicht strahle ich jetzt auch etwas Anderes aus. Denn unbestritten fühle ich mehr Tatkraft, mehr Energie, mehr Selbstbewusstsein und auch mehr "ich". Sicherlich ist es das, was die Menschen anders auf mich zugehen lässt.


Wirklich wichtig ist mir allerdings die Tatsache, dass es mir gesundheitlich soviel besser geht als vorher. Wechseljahresbeschwerden... klar, aber bislang nur noch am Rande. Das war viel schlimmer. Gelenkschmerzen durch Wassereinlagerungen habe ich nur noch ganz selten, nämlich dann, wenn ich mich an Eiweiß oder Salz vergangen habe.
Schmerzende Beine am Ende eines langen, laufintensiven Tages? Fehlanzeige. Das Hautbild wird besser und Magenschmerzen und Völlegefühl sind passe´. Meine Blutdruckbeschwerden werden weniger, auch wenn er noch ganz gehörig in die Höhe schießen kann, wenn ich mich aufrege.... aber das ist eine andere Geschichte.

Ich mochte meinen dickeren Körper. Er stand für Wärme, Weichheit und Geborgenheit. Ein bisschen vermisse ich ihn.  Und die Dinge, die ich konsumiert habe, und die dazu geführt haben, dass ich immer dicker wurde, waren meine Seelentröster. Sie lullten meine wahren Gefühle ein und dämpften alles Unerträgliche auf ein aushaltbares Mass herunter. Das ist nun vorbei. Ich kann nun wütend werden, frag nicht nach Sonnenschein, und ich muss nun leider auch manches emotionale Tief wieder bewusst durchleben. Keine Helfershelfer mehr. Nun lerne ich, auf andere, gesunde Weise damit umzugehen. Klappt noch nicht immer, aber immer besser.

Ich habe mal rumgehört und erfahren, dass ich ruhig schreiben darf, dass Weight Watchers mein Mittel der Wahl ist. Sie haben ihr System nochmals drastisch verbessert, und es ist in meinen Augen eines der besten Abnehmsysteme, die es gibt. Da kann man noch so viel  schimpfen über Geldmacherei und das es unnötig sei, man könne doch sein Essen auch alleine reduzieren... für mich ist es ein Segen, denn ich brauche ein starkes Geländer. Eine Vorgabe, die ich einmal für gut befinde und an die ich mich halten kann, ohne dauernd groß nachzudenken. Und wenn ich jetzt für immer dabei bleiben muss, für den Beitrag spare ich ja alle möglichen ungesunden Lebensmittel ein.


Wie sieht denn nun ein typischer WW Tag  bei mir aus? Da wäre zunächst das Wochenende, an welchem ich meine Sonderpunkte auf den Kopf haue. Am Samstag z.B. waren wir beim Mongolen essen. Buffet. Und ich bin 4 mal gegangen, ohne mir groß den Kopf zu zerbrechen. Inklusive Nachtisch. Der Samstag ist mein Fresstag, neudeutsch Refeedtag. Danach noch ein leckeres Duplo white und am Abend ein feiner Rotwein.  Am Folgetag esse ich wieder genau nach meinen täglichen Punkten. Diese erziehen mich dazu, mich möglichst gesund zu ernähren. Das heißt, wo ich vorher bedenkenlos eine Tafel Schokolade verdrückt hätte, wenn der Süßhunger sich meldet, schneide ich mir nun 1-2 Bananen in Scheibchen und gebe zuckerreduziertes Kakaopulver darüber. Oder ein bisschen Rübenkraut. Wo ich vorher bei Spaghetti Bolognaise eine große Portion Nudeln gegessen hätte, strecke ich diese bei Bedarf nun mit Zucchininudeln. Merkt man kaum. Und dann die Sauce drüber. Ist genau so lecker.
Letztens hatten wir eine Ofenterrine mit viel Gemüse, Kartoffeln und Hähnchenbrust. Davon kann man ne Menge für seine Punkte essen und wird pappsatt. Es geht um die Auswahl guter und gesunder Alternativen. Nicht um das Reduzieren der gegessenen Mengen. Das ist für mich sehr wichtig, denn ich esse gern viel.

Ansonsten Spielen Obst, Gemüse, Quark, Thunfisch und magerer Käse eine große Rolle in meiner Ernährung. Ganz ehrlich? Ich hätte nicht gedacht, dass es so einen Unterschied im Wohlbefinden macht, wenn man bestimmte Lebensmittel nur noch sehr selten isst, und andere, gesündere deutlich öfter.
Klar ist auch Schokolade drin, und auch mal ein Eis. Aber auch hier macht es einen Unterschied, ob ich das dick mit Schokolade überzogene Eis nehme oder doch eher eines mit Fruchtüberzug. Am Anfang konnte ich mir gar nicht vorstellen, weitestgehend ohne Süßigkeiten zu leben. Und wenn ich mir denn jetzt am Wochenende mal ein Eis, einen Schokoriegel oder ein bis zwei Schaumküsse gönne, dann sage ich hinterher meist zu meinem Mann:" Ne, das war die Punkte nicht wert. Schmeckte einfach nur eklig süß und schleimig cremig." Ich glaube, der Körper fordert das, an was er gewöhnt wird. Und meiner fordert zur Zeit so, wie er früher Süßes gefordert hat Bananen, Melone, Avocado und Quark. Eine Entwöhnung ist absolut möglich und nur die ersten ein bis zwei Wochen anstrengend.

Ich glaube, das Wichtigste ist wie immer und überall die unumstößliche Entscheidung. Dafür, dass man will, und dafür, dass man den Weg mit allen Konsequenzen geht. Und dann sollte man sich aus 1000 verschiedenen Möglichkeiten die eine herauspicken, die am Besten passt. Dann muss man dabei bleiben. Wenn man immer noch zig Alternativen im Hinterkopf hat, dann ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Für mich steht fest: Ich will ein Leben, dass lebenswert ist. So ich es vermeiden kann, will ich nicht unter gesundheitlichen Blessuren leiden. Das, und die Tatsache, dass ich mich wesentlich besser bewegen kann und in jeden Stuhl passe, ohne ihn beim Aufstehen mitzunehmen, hilft mir, am Ball zu bleiben.

Und zu guter Letzt lernt man Leckereien als etwas Besonderes zu schätzen. Früher hätte ich die genannte Packung Duplo white gekauft, und sie hätte, wenn überhaupt, bis zum nächsten Tag existiert. Jetzt ist es so, dass so eine Packung wochenlang im Schrank steht und ich mir dann und wann, wenn ich noch Punkte übrig habe, Eines genehmige. Und genieße. Denn, und da bin ich eisern: Es gibt dann auch nur das Eine. Aber ob ich mir nun drei Stück nacheinander reinstopfe oder eines genüsslich esse, der Unterschied sind nur die Mehrkalorien.



Noch ein Wort zum Sport. Ich arbeite in einem Beruf, in welchem ich sowieso die meiste Zeit herumlaufe. 8000 bis 10000 Schritte pro Tag sind normal. Manchmal auch mehr. Oft genug bin ich abends so platt, dass ich mich nicht aufraffen kann, zum Sport zu gehen. Daher habe ich mich nicht in einem Fitnesscenter angemeldet. Obwohl ich das für gut befinde und eigentlich auch gern tun würde. So, wie es momentan aussieht, wäre das rausgeschmissenes Geld. Aber ich habe einige gute YouTube Kanäle gefunden, die kostenlos Yoga, Pilates, Krafttraining und Cardio anbieten und bin zufrieden damit. Wobei ich das noch ein bisschen regelmäßiger praktizieren könnte. Des Weiteren gehe ich gerne walken. Nordic walking mit Stöcken, was mich ungelogen jedes Mal richtig Überwindung kostet. Und oft genug siegt auch noch der Schweinehund. Jedoch ist mir Eines klar geworden :
Abnehmen hat in erster Linie was mit der Nahrungsaufnahme zu tun.

 Zu viel Bewegung führt am Anfang nur zu noch mehr Hunger. Wenn man schon ein bisschen weiter ist und beweglicher, dann fordert der Körper die Bewegung irgendwann ein. Und dann bekommt man auch ganz neue Ideen dazu. Ich hätte wirklich nicht übel Lust, mal wieder schwimmen zu gehen. Das habe ich jahrelang nicht getan. Mein nächstes Ziel....

 Niemals nimmer nicht werde ich mir meine bisherigen Erfolge durch ein schlechtes Gewissen zunichte machen lassen. Das war früher immer so: Außer der Reihe gegessen, ach jetzt ist es schon auch egal! Und schwupps, wurde alles wieder über den Haufen geworfen. Heutzutage begreife ich meinen Abnehmweg als Langstreckenlauf, nicht als Rennen. Ein Fehler wirft mich nicht aus der Bahn, auch keine kurzfristige Zunahme... ist eh meist nur Wasser.
Vor allem arbeite ich daran, mein schlechtes Gewissen, so es sich meldet, stets zu hinterfragen und dann mit freundlicher Achtsamkeit mit mir umzugehen. Denn ich möchte gut zu mir sein. 

Eine Sache werde ich wohl nie verstehen: Die Kommentare meiner Mitmenschen. Meist sind es eher die Mitmenschinnen, ist ja klar. "Nun hör aber mal auf, du siehst ja schon krank aus!" " Noch mehr ist aber nicht schön in deinem Alter!" "Das kommt sowieso alles wieder, pass mal auf!" Oder der Klassiker, wenn ich mal Lust auf weite Wallekleidung habe: " Na, wieder ein bisschen zugenommen, oder? Steht dir aber gut!" Wenn ich gut drauf bin, denke ich mir mein "Jaja, passt scho...". Wenn nicht, muss ich die selbstsüchtigen Worte verarbeiten. Wird aber immer leichter, denn ich habe mir vorgenommen, nur noch auf Kommentare von Menschen zu hören, die es gut mit mir meinen. :)












Mittwoch, 23. August 2017

Klamottenrecycling....

In der Schule, es ist Ferienbetreuung, haben wir zur Zeit das Thema Recycling. Wir haben aus Pappe und Kartons Puppenhäuser mit Möbeln gebaut, aus Kronenkorken tolle Kettenanhänger gemacht und auch sonst viel gelernt über die Wiederverwertbarkeit von vielen Dingen, die wir so aussortieren und wegschmeißen.

Und da ich ja momentan auch immer wieder aussortiere, der geneigte Leser kann jetzt mitsprechen: Weil ich abnehme und kleinere Größen brauche!!! <<<<!!!! :))) 
...habe ich mir überlegt, vielleicht kann ich ja das eine oder andere Kleidungsstück noch mal aufpeppen. So habe ich mir meine Nähmaschine geschnappt und einfach mal mutig drauf los geschnippelt und geschnappelt. Einige Hosen habe ich enger gemacht, das sind nun halt keine Röhrenjeans mehr sondern eher welche im Boyfriendstyle, und einige Shirts wollte ich zu Schals umfunktionieren. Gut, das mit den Hosen hat geklappt. Das mit den Schals weniger. Ich sagte zu meinem Mann: " Guck Schatz, sieht dieses abgeschnittene T- Shirt mit Fransen daran aus wie ein tolles Halstuch?" Und er antwortete nach einigem Abwägen, womit ich wohl werfen würde nach seiner Antwort:" Nein, sieht eher so nach abgeschnittenem Shirt mit Fransen aus!" Naja, hab ich dann weggetan. 

Einen Riesenpulli, der mir schon zuvor zu groß war, habe ich versuchsweise zum Lagenlook Designerstück umgearbeitet. Das ging so: Ich nahm die Schere, Zunge zwischen die Lippen, und schnitt einen geraden Halbkreis aus der Pullivorderseite. Einigermaßen gerade. Dann ratterte ich mit der Nähmaschine im Zick Zack über den Schnittrand, mehrmals. Hält. Ich finde, das sieht angezogen witzig aus. Bin ja sowieso ein großer Lagenlook Fan, aber leider ist diese Mode nix für meinen Alltag. 

Vom Pulli habe ich dann sogar ein paar Fotos gemacht:


Ich weiß, Nähprofis schlagen jetzt die Hände überm Kopf zusammen oder fallen laut lachend vom Stuhl. Aber angezogen sieht das gar nicht so schlecht aus. Finde ich :)


Allerdings ist mir klar geworden, dass ich vielleicht das eine oder andere Teilchen ändern kann, aber mir selbst Kleidung nähen, das werde ich wohl nicht hinbekommen....


Vielleicht sollte ich mal einen Nähkurs machen. Sicherlich keine schlechte Idee, aber das muss noch ein bisschen warten. Zuerst will ich mir eine neue Sportart suchen.


Na für den Anfang... aber ich mag meine Idee, und auch wenn sie nicht perfekt ist, verlinke ich mal zu Traudes " A new life". Für die, die es noch nicht kennen: Eine tolle Linksammlung über Recycling, Rohstoffe, und ein umweltfreundlicheres Leben! 

Montag, 31. Juli 2017

Schmuck aus Paperbeads



... ich weiß, meine Hände sind nicht schön, funktionieren aber einwandfrei :)

Habe was Neues entdeckt! Und  bin Feuer und Flamme! Beim Suchen nach netten Bastelprojekten für die OGS fand ich die Paperbeads: Perlen aus Papier, selbst gedreht. Das ist eine einfache und schöne Sache, geht ratzfatz und man kann sich aus verschiedenen, bunten Perlen Schmuckstücke erstellen.



Um noch mehr zum Thema zu erfahren, suchte ich bei Youtube. Wie erwartet, gab es dort Unmengen an Videos. Ich war völlig hin und weg, als ich sah, dass man nicht nur kindgerecht bunte kleine Perlchen mit den Papierstreifen machen kann, sondern dass auch schöner und tragbarer Schmuck für Frauen daraus gemacht wird.



Das musste ich versuchen. Bzw. das mussten wir versuchen! Mein Mann hat mir nämlich geholfen, was auch gut war, denn mit geraden Schnitten und gut berechneten Abständen habe ich es nicht so ...
Wir machten uns ans Werk und schnitten aus einer alten Tapete jede Menge Streifen. Und dann ging die Probiererei los! Mehrere Streifen mussten hintereinander gelegt werden um dann sorgsam zu einer Art Schnecke gerollt zu werden ...




Zum Ende hin wurden die Streifen verklebt. Die fertig gedrehte Papierperle, bzw. kann man hier von Papierufos sprechen, wurde dann hinterher noch zwei Mal mit feinem Klarlack bepinselt.





Nach dem Trocknen merkt man nicht mehr, dass es sich um Papier als Werkstoff handelt! Die Perle, bzw. das Ufo, fühlt sich ganz hart an. Nun ging es ans Weiterverarbeiten. Wir haben als Erstes Schmuckstück einen Ring gefertigt. Mit seinem roten Glitzercabouchon sieht er aus wie ein Kirschmuffin. Der rote Glasstein und der Ringrohling wurden mit der Heißklebepistole aufgeklebt. Hält bombenfest! Also, ich bin begeistert, und dieser erste Ring hat schon eine stolze Trägerin gefunden.










Dienstag, 25. Juli 2017

Die Moglis!



Unsere Katzen sind sehr interessiert und haben viele bemerkenswerte Hobbies. Man glaubt es kaum, aber sie halten sich per Fernsehprogramm auf dem Laufenden.....


  Üben das modeln, um vielleicht irgendwann einmal für die Whis.as Werbung entdeckt zu werden. Ich habe ihr allerdings schon gesagt, mit diesem strengen Gesichtsausdruck bekommt sie höchstens einen Auftritt in einer Werbung für Flohschampoo.....




Herr Mogli ist Hobbyentomologe. Er sammelt Insekten aller Art und untersucht sie auf Herz und Nieren... Hier hat er wohl gerade ein seltenes Exemplar gesichtet!


Er wird oft ausgelacht, denn er macht gern Yoga! Ihm ist das egal, er schwört darauf und auf die heilsame Wirkung für Körper und Geist. Mittlerweile ist er schon ein fortgeschrittener Yogi, und schwierige Figuren gelingen ihm gut.






Frau Mogli betätigt sich des Weiteren als Performancekünstlerin. Hier stellt sie gerade eine Raupe dar, die kurz vor der Verpuppung ist. Bemerkenswert, wie lange sie reglos am Platz liegen kann..... eine echte Künstlerin.


Singen, auch eines der vielen Hobbies der Moglis! Hier performt Herr Mogli voller Inbrunst Justin Kater! Was für eine Freude, ein solches Talent unter uns zu haben....




Mist, Konzert abgebrochen. Hat doch gerade erst angefangen....


Der gnädige Herr möchte heute nicht. Es ist ihm nicht danach. Nun gut, das muss man respektieren....



Es wird nie langweilig mit den Beiden. Ich bin begeistert und so dankbar, ihr persönlicher Dosenöffner, Fellaufsammler und Kloreiniger zu sein.....


Dienstag, 18. Juli 2017

Schon 11 Tage...



So. Nun bin ich schon 11 Tage 50, und es fühlt sich ganz gut an. Die Stimmen im Kopf streiten noch ein wenig miteinander: " Ey hör auf, 50, wie konnte das passieren? Wir sind gefühlte 30! Was erzählst du da für einen Käse?" Und die gelassene Antwort:" So ist es nun mal! Und es ist gut, so wie es ist. Wir haben so viel erlebt, so viel gelebt, und jetzt können wir langsam ruhiger werden!" Und irgendeiner trällert immer im Hintergrund: " 50? Ja, wohl schon... und immer noch Opposition!" :)

Keine Angst, das war Spaß. Abgesehen von der Zahl ist es nicht anders als mit 40+. Einen guten Teil des Weges schon gegangen, und, wenn alles gut geht, noch einen schönen Weg vor mir. Wie auf dem Bild oben. 

Mein Geburtstag war, dank meiner Kinder und Schwiegerkinder,  wunderschön. Abends kamen sie noch aus allen Ecken Deutschlands angereist.... nach einem langen Arbeitstag. Mit Mann und Kindern gingen wir dann schön essen zum Mongolen. Alle zusammen am Tisch zu haben, das ist selten. Und daher sehr wertvoll für mich. Sie sind erwachsen, unabhängig, haben mittlerweile ihre eigenen Familien, und ich bin immer noch dabei, loszulassen. Langsam muss ich akzeptieren, dass sich da was verändert. Ich bin längst nicht mehr die, die gewöhnlich um Rat gefragt wird. Immer öfter frage ich auch, und bekomme kluge, fundierte Antworten. Ich schätze mich so glücklich zu sehen, dass sie ihr Leben mit Bravour meistern.....

 Am nächsten Morgen waren wir noch alle zusammen beim Brunch in Aachens Studentenviertel. Das wunderbare Lokal heißt Magellan, und man tut gut daran, hier zu reservieren. Die Brunchauswahl erschlägt einen fast. Mediterrane Speisen aller Art, aber auch ganz normales Frühstück, Obst, Müsli, etc. etc. Eine ganz klare Empfehlung für mögliche Aachenbesuche! Das ist mal überhaupt nix für Leute, die auf ihre Ernährung achten. Aber mein Geburtstagswochenende hatte ich mir frei genommen und habe gegessen, was immer ich wollte. Über das Bauchweh hinterher sprechen wir lieber mal nicht! :)

Ein paar Bilder habe ich aber doch... die Family von hinten und ein paar Aacheneindrücke:







So kann es weitergehen. Und wenn dann, in so 50 Jahren etwa, der Vorhang fällt, dann möchte ich beim Abtreten diesen Ausblick haben. Ein Leben mit Höhen und Tiefen, uneben und dornig, aber auch wild und schön, und darüber immer das Licht. Ein schönes Bild. 
( Und Reinhard Mey in meinem Kopf singt natürlich:" Und auch ein großer Optimist weiß, dass das nicht die Halbzeit ist....") Sei mal ruhig, Reinhard. Passt schon.






Donnerstag, 6. Juli 2017

Ja, jetzt schon....

50! Was, jetzt schon?
Hab' ich nicht grade eben noch
Durch ein gemeines Taschenloch
Meinen Einkaufsgroschen verloren?
Hab' ich nicht eben noch ganz sacht
Wieder 'ne Fünf nach Haus' gebracht
In einem Heft voll Eselsohren?
Die große Liebe gestern war's
Unter den Augen all der Stars
An den Wänden in meinem Zimmer!
Die Taschen leer und der Kopf voll
Mädchen und Songs und Rock 'n Roll
Und wir dachten, das ist für immer
50? Ja, wohl schon –
Und ein Kopf kleiner als mein Sohn!

50! Was, jetzt schon?
Splittert jetzt hier und da der Lack
Bin ich jetzt auch so'n alter Sack
Zu dem ich und meine Gefährten
Jeden, der über zwanzig war
Gnadenlos stempelten und gar
Zum Zausel und scheintot erklärten?
Rieselt in meinem Hirn der Kalk
Hat aus dem Nacken sich der Schalk
Verkrümelt? Frag' ich mich beklommen
Hat meine Jugend über Nacht
Sich leise aus dem Staub gemacht
Und ich hab's gar nicht mitbekommen?
50? Ja, wohl schon –

Die reifere Generation!
50? Was, Jetzt schon?
Nun, auch ein großer Optimist
Weiß, daß dies nicht die Halbzeit ist
So schnell ging das! Denk' ich verwundert
Und manchmal schmunzel ich in mich rein:
Wie kann man noch so'n Kindskopf sein
Wie ich mit dem halben Jahrhundert!
Doch ob man alt ist oder nicht
Steht nicht auf Hintern und Gesicht
Und deren Falten mit den Jahren
Mancher ist schon als Kind senil
Und junge Greise kenn' ich viel
Die längst schon mit Hut Auto fahren!
50? Ja, wohl schon –
Und immer noch Opposition!

Da ist so was wie Dankbarkeit
Mit einem Lächeln seh' ich weit
Im Zeitraffer über mein Leben:
Das ist o. k. so, ja, ich denk'
Die gute Fee hat ein Geschenk
An meiner Wiege abgegeben
50? Ja, wohl schon –
Na, herzliche Gratulation
Reinhard Mey


Samstag, 1. Juli 2017

Sei Pippi, nicht Annika!


Obwohl... nicht jeder kann eine Pippi sein. Muss auch gar nicht. Ich verstehe das markige Sprichwort eher als Aufforderung, sich dann und wann mal ein bisschen mehr zu trauen, man selbst zu sein... und diesem Selbst mehr zuzutrauen, es herauslassen. Das Leben spüren mit allem , was man ist. 





Wann ist man "man selbst"? Alles unterliegt der Veränderung. Auch wir. Ich war die perfekte Annika. Sehr, sehr lange. Nach so vielen Jahren hier und da mal die Pippi Langstrumpf rauszuholen ist....


....aufregend und wunderbar. Aber für eine Hardcoreannika ....



... nicht so leicht. Man wird mutiger mit der Zeit, wenn man einfach mal das tut, was man möchte, sich über Wenn und Aber hinwegsetzt und einfach mal macht....



Nichts darum gibt, wie die Mitmenschen denn nun darüber denken, dass man die Sache so und nicht anders handhabt. Mit einem frechen Lachen den Problemen ins Gesicht sieht und sich zutraut, sie auch zu lösen....


Ein bisschen mehr Pippilotta in meinem Leben, daran erinnert mich die neue Häkelbrosche. :)





Sonntag, 25. Juni 2017

Wochenglück- Rückblick bei Fräulein Ordnung

Ich hätte da auch das eine oder andere Glück, dass ich gern zeigen würde. Kleine, aber feine Momente! Ich will nicht behaupten, dass ich das Glücksmurmelglas diesmal voll bekommen hätte, aber es waren doch einige Murmeln, die hineingewandert sind.

Da wäre zum einen meine neu erwachte Handarbeitslust. Ab und an überkommt mich schlagartig dass Interesse an bestimmten Personen oder Themen, und diese nehmen mich dann für einige Zeit ganz in Anspruch. Diesmal war es     ( unter anderem) Frida Kahlo, deren interessante Biografie meine Aufmerksamkeit weckte. Angetan von den Berichten über diese sehr charismatische Frau kam mir die Idee, eine Frida Kahlo Brosche zu häkeln. Der erste Versuch schon nicht schlecht, der zweite bei Weitem besser, besitze ich nun eine solche und überlege, ob ich nicht langfristig ins Häkelbroschenbusiness eintreten soll :) Ne, mal im Ernst. Der nächste interessante Mensch, den ich mir noch genauer unter die Lupe nehmen möchte, ist Charlie Chaplin. Ich mochte ihn schon immer, hatte als Kind eine Charlie Chaplin Marionette. Mal sehen, was sich da so mit Nadel und Faden vollbringen lässt....

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Einkaufstütenhonk, so könnte man mich nennen. In einem vorherigen Blogpost bin ich mir gegenüber schon sehr deutlich diesbezüglich geworden und habe Besserung gelobt. Mein Einkaufsbeutel aus Biobaumwolle wurde mit einer Häkelblüte verziert, bzw. der große Werbeaufdruck von ClamottenAnton wurde überdeckt. Wieder so ein Glücksmoment, das fertige, perfekt unperfekte Ergebnis in der Hand zu halten und zu wissen, dass das Umweltferkel in mir jetzt vertrieben wird.




Der Garten ruft, immer wieder! Wir haben hier, zum Haus zugehörig, einen recht wilden Garten, der nicht halb so arbeitsintensiv aussieht, wie er denn tatsächlich ist. Gestern wurden Beete gemacht, die (leider momentan sehr maletrierte) Wiese gemäht und ein paar Farne gesäbelt. Ich muss mich immer erst überwinden, aber wenn ich dann schnaufend überm Beet hänge und das Unkraut herauszupfe, macht es mir wirklich Spaß.





Diesen riesigen Pott Nudelsalat mit megaviel Mayo und Hähnchenfleischwurst und dicken Nudeln und viel "Gemüse" habe ich meinem Mann bereitet. Es gibt nix, was er so gerne isst, wie diesen! Und er darf es ja auch, ist gertenschlank. Ich habe mir meine abgespeckte Version gemacht und war auch sehr glücklich damit. Statt fett Mayo kamen da 2 Eßlöffel Balance Mayonnaise rein, statt Fleischwurst Thunfisch und nur recht wenig Nudeln mit viel Gemüse. War auch lecker. Und wirkt. Mittlerweile habe ich das Gefühl, ich könnte jedes gewünschte Gewicht erreichen. fast 15 kg sind runter und es geht munter weiter. Bleibt die Luxusfrage, wo stoppe ich? Ich habe, ganz früher, mal 56 kg gewogen. Das sah an mir scheußlich aus. Überhaupt finde ich, dass ich ein Mensch bin, dem ein bisschen erotische Wirkmasse gut zu Gesicht steht. Na, mal sehen. Ich denke, ich werde mich bei 42/44 einpendeln. Da ich ja Anfang nächsten Monats *flüster 50 werde, ist das ganz in Ordnung.



Ja, mein Mann. Am 23.06.2017 waren es 10 Jahre für uns beide! Und wir sind uns einig, dass die gut waren und wir uns freuen auf das, was noch kommt. Verheiratet sind wir seit fast 7 Jahren. Schön, dass ich ihn haben darf! Ähm, und falls du dies liest: Schön, dass du mich haben darfst, sei froh!!!



Das hier ist er. So niedlich! Er zieht das Nudelsalatbäuchlein ein :) Und seine Überzeugung, dass Zombies wenn denn dann nicht rennen können, hat er sich zur Argumentationsvereinfachung auf ein T- Shirt gedruckt. Wir führen ellenlange Diskussionen über das Thema, wie man sich denn in einer Zombieapokalypse  zu verhalten hat. Wir fragen uns bei Nebel liebevoll, ob der andere auch eine Axt einstecken hat und schauen gern entsprechende Filme. Er vor dem Kissen, ich dahinter.
Man braucht ja was Gemeinsames... verstehste, ne?

Ja, das war mein Wochenglück! Hier der link zu Denise aka Frl. Ordnung! Vielen Dank für diese schöne Aktion!

Donnerstag, 22. Juni 2017

Frida, der zweite Versuch....

So ganz zufrieden war ich mit meiner pausbäckigen Frida Kahlo ja nun doch nicht. Irgendwie wurde ihr meine Interpretation nicht ganz gerecht. Also juckte es mich in den Fingern, dem Ganzen noch eine Chance zu geben....


dem ersten Versuch....


...folgte der zweite....



....der kommt dem, was ich eigentlich vorhatte, schon viel näher....



... so an der Jacke gesehen finde ich sie sehr schön, aber vielleicht auch ein bisschen groß?....


...obwohl, da ich noch keine Elfengröße trage, sondern momentan bei einer soliden 44 angekommen bin, passt es vom Verhältnis.....


.... und deswegen werde ich es auch so tragen :)



....ganz so schlecht sieht diese an der Jacke auch nicht aus. Mal sehen, vielleicht trage ich Beide. Hat auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht, die Broschen zu häkeln. Ich hatte überlegt, die erste Fridabrosche zum Nadelkissen umzufunktionieren, aber dann kamen mir Themen wie:" Was passiert, wenn es Reinkarnation wirklich gibt und Voodoo funktioniert?" in den Kopf. Das lasse ich lieber, könnte auf keinen Fall guten Gewissens eine Nadel hineinstechen....


Ich mag beide, aber die neue Frida kommt einer ernsthaften, zarteren Version doch ein ganzes Stück näher!