Dienstag, 18. Juli 2017

Schon 11 Tage...



So. Nun bin ich schon 11 Tage 50, und es fühlt sich ganz gut an. Die Stimmen im Kopf streiten noch ein wenig miteinander: " Ey hör auf, 50, wie konnte das passieren? Wir sind gefühlte 30! Was erzählst du da für einen Käse?" Und die gelassene Antwort:" So ist es nun mal! Und es ist gut, so wie es ist. Wir haben so viel erlebt, so viel gelebt, und jetzt können wir langsam ruhiger werden!" Und irgendeiner trällert immer im Hintergrund: " 50? Ja, wohl schon... und immer noch Opposition!" :)

Keine Angst, das war Spaß. Abgesehen von der Zahl ist es nicht anders als mit 40+. Einen guten Teil des Weges schon gegangen, und, wenn alles gut geht, noch einen schönen Weg vor mir. Wie auf dem Bild oben. 

Mein Geburtstag war, dank meiner Kinder und Schwiegerkinder,  wunderschön. Abends kamen sie noch aus allen Ecken Deutschlands angereist.... nach einem langen Arbeitstag. Mit Mann und Kindern gingen wir dann schön essen zum Mongolen. Alle zusammen am Tisch zu haben, das ist selten. Und daher sehr wertvoll für mich. Sie sind erwachsen, unabhängig, haben mittlerweile ihre eigenen Familien, und ich bin immer noch dabei, loszulassen. Langsam muss ich akzeptieren, dass sich da was verändert. Ich bin längst nicht mehr die, die gewöhnlich um Rat gefragt wird. Immer öfter frage ich auch, und bekomme kluge, fundierte Antworten. Ich schätze mich so glücklich zu sehen, dass sie ihr Leben mit Bravour meistern.....

 Am nächsten Morgen waren wir noch alle zusammen beim Brunch in Aachens Studentenviertel. Das wunderbare Lokal heißt Magellan, und man tut gut daran, hier zu reservieren. Die Brunchauswahl erschlägt einen fast. Mediterrane Speisen aller Art, aber auch ganz normales Frühstück, Obst, Müsli, etc. etc. Eine ganz klare Empfehlung für mögliche Aachenbesuche! Das ist mal überhaupt nix für Leute, die auf ihre Ernährung achten. Aber mein Geburtstagswochenende hatte ich mir frei genommen und habe gegessen, was immer ich wollte. Über das Bauchweh hinterher sprechen wir lieber mal nicht! :)

Ein paar Bilder habe ich aber doch... die Family von hinten und ein paar Aacheneindrücke:







So kann es weitergehen. Und wenn dann, in so 50 Jahren etwa, der Vorhang fällt, dann möchte ich beim Abtreten diesen Ausblick haben. Ein Leben mit Höhen und Tiefen, uneben und dornig, aber auch wild und schön, und darüber immer das Licht. Ein schönes Bild. 
( Und Reinhard Mey in meinem Kopf singt natürlich:" Und auch ein großer Optimist weiß, dass das nicht die Halbzeit ist....") Sei mal ruhig, Reinhard. Passt schon.






Donnerstag, 6. Juli 2017

Ja, jetzt schon....

50! Was, jetzt schon?
Hab' ich nicht grade eben noch
Durch ein gemeines Taschenloch
Meinen Einkaufsgroschen verloren?
Hab' ich nicht eben noch ganz sacht
Wieder 'ne Fünf nach Haus' gebracht
In einem Heft voll Eselsohren?
Die große Liebe gestern war's
Unter den Augen all der Stars
An den Wänden in meinem Zimmer!
Die Taschen leer und der Kopf voll
Mädchen und Songs und Rock 'n Roll
Und wir dachten, das ist für immer
50? Ja, wohl schon –
Und ein Kopf kleiner als mein Sohn!

50! Was, jetzt schon?
Splittert jetzt hier und da der Lack
Bin ich jetzt auch so'n alter Sack
Zu dem ich und meine Gefährten
Jeden, der über zwanzig war
Gnadenlos stempelten und gar
Zum Zausel und scheintot erklärten?
Rieselt in meinem Hirn der Kalk
Hat aus dem Nacken sich der Schalk
Verkrümelt? Frag' ich mich beklommen
Hat meine Jugend über Nacht
Sich leise aus dem Staub gemacht
Und ich hab's gar nicht mitbekommen?
50? Ja, wohl schon –

Die reifere Generation!
50? Was, Jetzt schon?
Nun, auch ein großer Optimist
Weiß, daß dies nicht die Halbzeit ist
So schnell ging das! Denk' ich verwundert
Und manchmal schmunzel ich in mich rein:
Wie kann man noch so'n Kindskopf sein
Wie ich mit dem halben Jahrhundert!
Doch ob man alt ist oder nicht
Steht nicht auf Hintern und Gesicht
Und deren Falten mit den Jahren
Mancher ist schon als Kind senil
Und junge Greise kenn' ich viel
Die längst schon mit Hut Auto fahren!
50? Ja, wohl schon –
Und immer noch Opposition!

Da ist so was wie Dankbarkeit
Mit einem Lächeln seh' ich weit
Im Zeitraffer über mein Leben:
Das ist o. k. so, ja, ich denk'
Die gute Fee hat ein Geschenk
An meiner Wiege abgegeben
50? Ja, wohl schon –
Na, herzliche Gratulation
Reinhard Mey


Samstag, 1. Juli 2017

Sei Pippi, nicht Annika!


Obwohl... nicht jeder kann eine Pippi sein. Muss auch gar nicht. Ich verstehe das markige Sprichwort eher als Aufforderung, sich dann und wann mal ein bisschen mehr zu trauen, man selbst zu sein... und diesem Selbst mehr zuzutrauen, es herauslassen. Das Leben spüren mit allem , was man ist. 





Wann ist man "man selbst"? Alles unterliegt der Veränderung. Auch wir. Ich war die perfekte Annika. Sehr, sehr lange. Nach so vielen Jahren hier und da mal die Pippi Langstrumpf rauszuholen ist....


....aufregend und wunderbar. Aber für eine Hardcoreannika ....



... nicht so leicht. Man wird mutiger mit der Zeit, wenn man einfach mal das tut, was man möchte, sich über Wenn und Aber hinwegsetzt und einfach mal macht....



Nichts darum gibt, wie die Mitmenschen denn nun darüber denken, dass man die Sache so und nicht anders handhabt. Mit einem frechen Lachen den Problemen ins Gesicht sieht und sich zutraut, sie auch zu lösen....


Ein bisschen mehr Pippilotta in meinem Leben, daran erinnert mich die neue Häkelbrosche. :)