Sonntag, 17. September 2017

Abnehmen.

So, da bin ich nun schon am zweiten Etappenziel angekommen. Meine Abnehmreise läuft weiter langsam und beschaulich, aber höchst erfolgreich vor sich hin, und ich wage zu sagen, dass es sich wirklich gelohnt hat.
Über 15 kg sind in 8 Monaten ohne große Anstrengung den Weg allen Wassers und Kohlendioxids gegangen.Größe 44 statt 50/52. Natürlich war es nicht immer einfach, wer das behauptet, der lügt. Aber die Lebensqualität, die durch die veränderte Nahrungsaufnahme wesentlich verbessert wird, ist jeden Verlust wert.
Jetzt rutsche ich noch gemütlich 5 bis 8 kg weiter runter, und dann mal sehen. Ich habe ja gesagt, eine Größe 42/44 ist für mich perfekt, und dabei bleibt es. Natürlich wäre es vielleicht noch gesünder, superschlank zu werden, aber ich denke, mein persönlicher Wohlfühlkörper ist ein bisschen stämmiger.

Meine Abnahme wird bemerkt und ich bekomme Komplimente, werde auch ganz anders wahrgenommen als mit Kleidergröße 50. Das macht mich nachdenklich. Ist es wirklich so wichtig, das äußere Erscheinungsbild? Wohl schon. Vielleicht geht es auch nicht allein um die Attraktivität... vielleicht strahle ich jetzt auch etwas Anderes aus. Denn unbestritten fühle ich mehr Tatkraft, mehr Energie, mehr Selbstbewusstsein und auch mehr "ich". Sicherlich ist es das, was die Menschen anders auf mich zugehen lässt.


Wirklich wichtig ist mir allerdings die Tatsache, dass es mir gesundheitlich soviel besser geht als vorher. Wechseljahresbeschwerden... klar, aber bislang nur noch am Rande. Das war viel schlimmer. Gelenkschmerzen durch Wassereinlagerungen habe ich nur noch ganz selten, nämlich dann, wenn ich mich an Eiweiß oder Salz vergangen habe.
Schmerzende Beine am Ende eines langen, laufintensiven Tages? Fehlanzeige. Das Hautbild wird besser und Magenschmerzen und Völlegefühl sind passe´. Meine Blutdruckbeschwerden werden weniger, auch wenn er noch ganz gehörig in die Höhe schießen kann, wenn ich mich aufrege.... aber das ist eine andere Geschichte.

Ich mochte meinen dickeren Körper. Er stand für Wärme, Weichheit und Geborgenheit. Ein bisschen vermisse ich ihn.  Und die Dinge, die ich konsumiert habe, und die dazu geführt haben, dass ich immer dicker wurde, waren meine Seelentröster. Sie lullten meine wahren Gefühle ein und dämpften alles Unerträgliche auf ein aushaltbares Mass herunter. Das ist nun vorbei. Ich kann nun wütend werden, frag nicht nach Sonnenschein, und ich muss nun leider auch manches emotionale Tief wieder bewusst durchleben. Keine Helfershelfer mehr. Nun lerne ich, auf andere, gesunde Weise damit umzugehen. Klappt noch nicht immer, aber immer besser.

Ich habe mal rumgehört und erfahren, dass ich ruhig schreiben darf, dass Weight Watchers mein Mittel der Wahl ist. Sie haben ihr System nochmals drastisch verbessert, und es ist in meinen Augen eines der besten Abnehmsysteme, die es gibt. Da kann man noch so viel  schimpfen über Geldmacherei und das es unnötig sei, man könne doch sein Essen auch alleine reduzieren... für mich ist es ein Segen, denn ich brauche ein starkes Geländer. Eine Vorgabe, die ich einmal für gut befinde und an die ich mich halten kann, ohne dauernd groß nachzudenken. Und wenn ich jetzt für immer dabei bleiben muss, für den Beitrag spare ich ja alle möglichen ungesunden Lebensmittel ein.


Wie sieht denn nun ein typischer WW Tag  bei mir aus? Da wäre zunächst das Wochenende, an welchem ich meine Sonderpunkte auf den Kopf haue. Am Samstag z.B. waren wir beim Mongolen essen. Buffet. Und ich bin 4 mal gegangen, ohne mir groß den Kopf zu zerbrechen. Inklusive Nachtisch. Der Samstag ist mein Fresstag, neudeutsch Refeedtag. Danach noch ein leckeres Duplo white und am Abend ein feiner Rotwein.  Am Folgetag esse ich wieder genau nach meinen täglichen Punkten. Diese erziehen mich dazu, mich möglichst gesund zu ernähren. Das heißt, wo ich vorher bedenkenlos eine Tafel Schokolade verdrückt hätte, wenn der Süßhunger sich meldet, schneide ich mir nun 1-2 Bananen in Scheibchen und gebe zuckerreduziertes Kakaopulver darüber. Oder ein bisschen Rübenkraut. Wo ich vorher bei Spaghetti Bolognaise eine große Portion Nudeln gegessen hätte, strecke ich diese bei Bedarf nun mit Zucchininudeln. Merkt man kaum. Und dann die Sauce drüber. Ist genau so lecker.
Letztens hatten wir eine Ofenterrine mit viel Gemüse, Kartoffeln und Hähnchenbrust. Davon kann man ne Menge für seine Punkte essen und wird pappsatt. Es geht um die Auswahl guter und gesunder Alternativen. Nicht um das Reduzieren der gegessenen Mengen. Das ist für mich sehr wichtig, denn ich esse gern viel.

Ansonsten Spielen Obst, Gemüse, Quark, Thunfisch und magerer Käse eine große Rolle in meiner Ernährung. Ganz ehrlich? Ich hätte nicht gedacht, dass es so einen Unterschied im Wohlbefinden macht, wenn man bestimmte Lebensmittel nur noch sehr selten isst, und andere, gesündere deutlich öfter.
Klar ist auch Schokolade drin, und auch mal ein Eis. Aber auch hier macht es einen Unterschied, ob ich das dick mit Schokolade überzogene Eis nehme oder doch eher eines mit Fruchtüberzug. Am Anfang konnte ich mir gar nicht vorstellen, weitestgehend ohne Süßigkeiten zu leben. Und wenn ich mir denn jetzt am Wochenende mal ein Eis, einen Schokoriegel oder ein bis zwei Schaumküsse gönne, dann sage ich hinterher meist zu meinem Mann:" Ne, das war die Punkte nicht wert. Schmeckte einfach nur eklig süß und schleimig cremig." Ich glaube, der Körper fordert das, an was er gewöhnt wird. Und meiner fordert zur Zeit so, wie er früher Süßes gefordert hat Bananen, Melone, Avocado und Quark. Eine Entwöhnung ist absolut möglich und nur die ersten ein bis zwei Wochen anstrengend.

Ich glaube, das Wichtigste ist wie immer und überall die unumstößliche Entscheidung. Dafür, dass man will, und dafür, dass man den Weg mit allen Konsequenzen geht. Und dann sollte man sich aus 1000 verschiedenen Möglichkeiten die eine herauspicken, die am Besten passt. Dann muss man dabei bleiben. Wenn man immer noch zig Alternativen im Hinterkopf hat, dann ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Für mich steht fest: Ich will ein Leben, dass lebenswert ist. So ich es vermeiden kann, will ich nicht unter gesundheitlichen Blessuren leiden. Das, und die Tatsache, dass ich mich wesentlich besser bewegen kann und in jeden Stuhl passe, ohne ihn beim Aufstehen mitzunehmen, hilft mir, am Ball zu bleiben.

Und zu guter Letzt lernt man Leckereien als etwas Besonderes zu schätzen. Früher hätte ich die genannte Packung Duplo white gekauft, und sie hätte, wenn überhaupt, bis zum nächsten Tag existiert. Jetzt ist es so, dass so eine Packung wochenlang im Schrank steht und ich mir dann und wann, wenn ich noch Punkte übrig habe, Eines genehmige. Und genieße. Denn, und da bin ich eisern: Es gibt dann auch nur das Eine. Aber ob ich mir nun drei Stück nacheinander reinstopfe oder eines genüsslich esse, der Unterschied sind nur die Mehrkalorien.



Noch ein Wort zum Sport. Ich arbeite in einem Beruf, in welchem ich sowieso die meiste Zeit herumlaufe. 8000 bis 10000 Schritte pro Tag sind normal. Manchmal auch mehr. Oft genug bin ich abends so platt, dass ich mich nicht aufraffen kann, zum Sport zu gehen. Daher habe ich mich nicht in einem Fitnesscenter angemeldet. Obwohl ich das für gut befinde und eigentlich auch gern tun würde. So, wie es momentan aussieht, wäre das rausgeschmissenes Geld. Aber ich habe einige gute YouTube Kanäle gefunden, die kostenlos Yoga, Pilates, Krafttraining und Cardio anbieten und bin zufrieden damit. Wobei ich das noch ein bisschen regelmäßiger praktizieren könnte. Des Weiteren gehe ich gerne walken. Nordic walking mit Stöcken, was mich ungelogen jedes Mal richtig Überwindung kostet. Und oft genug siegt auch noch der Schweinehund. Jedoch ist mir Eines klar geworden :
Abnehmen hat in erster Linie was mit der Nahrungsaufnahme zu tun.

 Zu viel Bewegung führt am Anfang nur zu noch mehr Hunger. Wenn man schon ein bisschen weiter ist und beweglicher, dann fordert der Körper die Bewegung irgendwann ein. Und dann bekommt man auch ganz neue Ideen dazu. Ich hätte wirklich nicht übel Lust, mal wieder schwimmen zu gehen. Das habe ich jahrelang nicht getan. Mein nächstes Ziel....

 Niemals nimmer nicht werde ich mir meine bisherigen Erfolge durch ein schlechtes Gewissen zunichte machen lassen. Das war früher immer so: Außer der Reihe gegessen, ach jetzt ist es schon auch egal! Und schwupps, wurde alles wieder über den Haufen geworfen. Heutzutage begreife ich meinen Abnehmweg als Langstreckenlauf, nicht als Rennen. Ein Fehler wirft mich nicht aus der Bahn, auch keine kurzfristige Zunahme... ist eh meist nur Wasser.
Vor allem arbeite ich daran, mein schlechtes Gewissen, so es sich meldet, stets zu hinterfragen und dann mit freundlicher Achtsamkeit mit mir umzugehen. Denn ich möchte gut zu mir sein. 

Eine Sache werde ich wohl nie verstehen: Die Kommentare meiner Mitmenschen. Meist sind es eher die Mitmenschinnen, ist ja klar. "Nun hör aber mal auf, du siehst ja schon krank aus!" " Noch mehr ist aber nicht schön in deinem Alter!" "Das kommt sowieso alles wieder, pass mal auf!" Oder der Klassiker, wenn ich mal Lust auf weite Wallekleidung habe: " Na, wieder ein bisschen zugenommen, oder? Steht dir aber gut!" Wenn ich gut drauf bin, denke ich mir mein "Jaja, passt scho...". Wenn nicht, muss ich die selbstsüchtigen Worte verarbeiten. Wird aber immer leichter, denn ich habe mir vorgenommen, nur noch auf Kommentare von Menschen zu hören, die es gut mit mir meinen. :)












1 Kommentar:

Patricia hat gesagt…

Hallo Du,

Herzlichen Glückwunsch und weiterhin viel Erfolg! Danke das du von Deinem Weg erzählst, ich freue mich für Dich! Ich muss jetzt noch eine Runde d.h. 12 Tage am Stück arbeiten, dann habe ich 3 Wochen Urlaub und direkt im Anschluss habe ich einen Termin in der Rheumaklinik - danach werde ich schauen wo meine Reise hingeht! So lange versuche ich das Übel so klein wie möglich zu halten! Man liest richtig deine Zufriedenheit ....... Liebe Grüße Patricia ♥♥♥