Mittwoch, 4. April 2018

Für sich selbst sorgen

Wenn der Körper es mit einem Mal nicht mehr so ohne weiteres schafft, den Horden von Bakterien zu widerstehen, die derzeit die Republik flachlegen, und immer wieder als idealer Brutort für Unzahlen dieser kleinen Biester herhalten muss, dann stimmt was nicht.
Neben den obligatorischen Gängen zum Arzt, der einem widerwillig das nächste Hammerantibiotikum verschreibt, kommt man leicht panisch ins Grübeln und sucht Mittel und Wege, sich selbst am Schopf aus der Bakteriensuppe zu ziehen.

Das hat doch schon mal geklappt? Vor einem Vierteljahrhundert gab es diese Situation schon einmal. Schwer angeschlagen, noch platt von der Geburt meiner Jüngsten, litt ich unter den verschiedensten Krankheitsbildern. Bis mir eine liebe Freundin die Empfehlung gab, an meiner Ernährung zu arbeiten. Bewaffnet mit ihren wunderschön gestalteten Büchern von Barbara Rütting klick, dem mahnenden Zeigefinger von Dr. M. O. Bruker klick und Einkaufszetteln las ich mich in das Thema Vollwertkost ein. Lernte viel über Nährstoffe, Naturbelassenheit, die Bedürfnisse meines Körpers und natürliche Lebensmittel. Wir wurden zu einer Familie, die sich hauptsächlich vollwertig ernährte, und Allen ging es besser. Frischkornbrei aus frisch gemahlenem Korn mit Apfel, Banane, Honig und Sahne, vollwertiges Brot, leckeres Gemüse, Quiches, Sprossen, sogar Breie, Kuchen und Pfannkuchen aus Vollkornmehl... alles supergut und superlecker. 


Wie es so ist, das Leben ändert sich, die Kinder werden größer, die Zeit wird knapper... irgendwann war es vorbei damit, und aus Bequemlichkeit wurde auch nicht mehr damit angefangen. Klar, Gemüse, viel Obst und Milchprodukte, Geflügel und Fisch standen immer auf dem Speiseplan, aber so richtig konsequent auf Nährstoffe geachtet wurde nicht mehr. 


Wie auch immer, ich fange wieder damit an. Jetzt aber wirklich! Hab mich dort abgeholt, wo ich damals stehen geblieben bin. Die gleichen Bücher, die Rezepte, die ich schon kenne, und die bewährten Einkäufe. Ich gehe so gern im Biomarkt einkaufen! Mein Mann bekommt da immer zu viel! Der Geruch! Die Preise! Die komischen Sachen! Ich jedoch flaniere durch die Gänge wie andere Leute durch Harrods, schnuppere hier und lese da und lege dann und wann Etwas in unseren Korb.
An der Kasse bekommt der Mann regelmäßig Schnappatmung, aber ich zahle mit meiner Karte.... von unserem Konto.


Gute Lebensmittel sind natürlich teurer, und nicht all die exotischen Besonderheiten sind notwendig, wenn man seine Ernährung verbessern will. Angesichts der Preise für das schrumplige Obst und Gemüse kann man schon mal verzweifeln. Andererseits habe ich im letzten Sommer einen Biohof in der Nähe besucht, und dort wurde mir klar, woher die Preise kommen. Denn wenn, statt Gift zu versprühen, jede einzelne Raupe händisch von den Kürbissen gepfückt werden muss, dann kostet das natürlich mehr. Wie dem auch sei, bei Gemüse bin ich mehr als kompromissbereit, bleibe bei der Tiefkühlvariante, da bin ich einfach bequem.


Nachdem nun all diese köstlichen Kostbarkeiten meinen Apothekerschrank füllen, ist es viel leichter, morgens nicht zum Geflügelsalamibrot zu greifen. Statt dessen gibt es leckeres Müsli aus feinen Zutaten wie Mandeln, Sonnenblumenkerne, Amaranth, Honig, Joghurt, Rosinen und Haferflocken. Dazu ein wenig Obst und der Tag beginnt himmlisch! Süßstoffe verbanne ich nach und nach ganz aus meiner Ernährung! Nachdem ich anfangs ganz begeistert vom Erythritol und Xylit war, bin ich nun wieder davon ab. Die ständigen Bauchprobleme, das Gefühl, etwas Falsches gegessen zu haben... irgendwann habe ich mir selbst den Vogel gezeigt. 10 Euro für ein Kilo eines Stoffes, von dem keiner weiß, welche Auswirkungen der dauerhafte Konsum auf den Körper hat. Und dann verträgt man es noch nicht mal gut. So bin ich, erst mit schlechtem Gewissen, nun aber zunehmend zufriedener, wieder auf das Teelöffelchen Honig, den Schwupp Ahornsirup oder das Löffelchen Nusscreme umgestiegen und siehe da, als netter Nebeneffekt verschwindet der Süßigkeitenjieper fast ganz!



Harren wir der Dinge, die da kommen! Ob die verbesserte Ernährung zu besserer Immunabwehr führt, wird sich zeigen. Nach meiner Erfahrung von damals bin ich davon überzeugt. Und wie verträgt sich das Ganze mit meiner Abnehmerei? Gut! Ich habe den Winter über mein Gewicht gehalten, was gar nicht so schwer war. Momentan esse ich nach Kalorien, nicht mehr nach Punkten, das neu eingeführte System passt für mich nicht. Aber das klappt auch! Ein bisschen was darf jetzt noch runter bis zum Sommer, und dann ist es gut. 




Für mein Müsli heute morgen habe ich gebraucht:

20 g leicht angeröstete Mandeln
10 g  angeröstete Sonnenblumenkerne
20 g Rosinen, eingeweicht in den Saft einer Orange
das Fleisch einer Orange
eine kleine Birne
1 Eßl. Leinsamen geschrotet
1 Eßl. Haferflocken
150 g griechischer Joghurt mit 2% Fett
1 Teelöffel Honig

Hört sich wenig an, macht aber so richtig satt und gibt ein wohliges Bauchgefühl!



1 Kommentar:

Patricia hat gesagt…

Oh wie schön, wieder etwas von Dir zu lesen! Ich freue mich! Ich hoffe du konntest jetzt sämtliche Killerviren abschütteln und fühlst dich wieder wohl! Vollwertküche hatte ich noch nie auf dem Plan. Wenn sie dir gut tut ist es doch perfekt - mal eine intime Frage: Wie sieht es bei Dir mit den Blähungen aus? Wenn ich mir einen Haferbrei oder ähnliches zubereite (Müsliriegel reicht schon) dann schwebe ich und die Duftwolke die mich umgibt, macht einsam *lach* Ich starte auch gerade mal wieder bei Null, fast alles ist wieder drauf und ich ärgere mich! Was Xucker und Co angeht, muss ich dir Recht geben - ich möchte auch davon weg! Zu teuer und die Nebenwirkungen sind auch nicht ohne, erst jetzt zu Ostern habe ich Kuchen damit gebacken. Dann fiel mir ein STOPP die Enkelkinder sind kleine Kuchenesser und dann geht Xucker gar nicht! Also alles nochmal von vorne mit Zucker! Mir fällt das umdenken noch schwer von LC auf normal.
Liebe Grüße sendet dir Patricia und ich hoffe du schreibst bald mal wieder.